Aus meinem Poesiealbum (V)

27. April 2010

Weltverbesserung

»Zu ungleich ist’s in dieser Welt,
Das Kleine muß vom Großen leiden –
Wie wäre alles wohlbestellt,
Wenn Gleichheit herrschte zwischen beiden!«

So klingt das Klagelied der Tadler,
Sie finden alles schlecht umher,
Die winzige Mücke schmäht den Adler,
Weil sie nicht fliegen kann wie er.
Der Riese soll wie Zwerge klein,
Der Zwerg so groß wie Riesen sein.

Verbessern wir der Schöpfung Fehler:
Hinfort soll Gleichheit sein auf Erden,
Die Berge sollen tief wie Täler,
Die Täler hoch wie Berge werden.

Was groß ist, soll sich nun verkleinern,
Besonders sich verallgemeinern,
Die Klugheit soll der Dummheit weichen,
Der Diamant dem Kiesel gleichen,

Und wenn das alles ist geschehn,
Ruft mich – das Wunder möcht’ ich sehn!

Friedrich von Bodenstedt

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Aus meinem Poesiealbum (IV)

31. März 2010

Ich zum Beispiel war drei Mal tot, und das waren die besten Zeiten meines Lebens.

Tomi Ungerer

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Aus meinem Poesiealbum (III)

28. Februar 2010

Wenn einer uns damit ennuyieret, er habe das Rad neu erfunden, so kann man mit Fug erwarten, dass das Ding rund sei.

Ein Alter

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Aus meinem Poesiealbum (II)

4. Februar 2010

Das entferntere Übel sieht immer kleiner aus als das gegenwärtige.

Sebastian Haffner:
Geschichte eines Deutschen

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Aus meinem Poesiealbum (I)

31. Oktober 2009

Die Trompeten der Apokalypse ertönen seit einigen Jahren vor unseren Toren, und wir verstopfen uns die Ohren. Diese neue Apokalypse galoppiert, wie die alte, in Gestalt von vier Reitern heran, die Überbevölkerung – als erstem, als dem Anführer, der das schwarze Banner schwenkt –, der Wissenschaft, der Technik und der Medien. All die anderen Übel, die über uns hereinbrechen, sind nur deren Folgen. Die Medien rechne ich ohne Zögern zu den apokalyptischen Reitern.

Luis Buñuel

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