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	<title>Bonaventura</title>
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	<description>Lektüren eines Nachtwächters</description>
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		<title>Émile Zola: Seine Exzellenz Eugène Rougon</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Aug 2010 01:58:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bonaventura</dc:creator>
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		<category><![CDATA[19. Jahrhundert]]></category>
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		<description><![CDATA[Nach dem Experiment mit symbolistischen Elementen in »Die S&#252;nde des Abbé Mouret« kehrt der n&#228;chste Roman der Rougon-Macquart zum gesellschaftlichen und politischen Hauptthema des Zyklus zur&#252;ck: Wie der Titel schon anzeigt, steht in »Seine Exzellenz Eugène Rougon« jener Sohn Pierre Rougons und seiner Frau Félicité im Zentrum, der sowohl in »Das Gl&#252;ck der Familie Rougon« als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://bonaventura.musagetes.de/wp-content/uploads/2009/12/zola_rougon.jpg"  rel="lightbox[roadtrip]"><img style="margin: 5px 0px 0px 10px; display: inline; border-width: 0px;" title="zola_rougon" src="http://bonaventura.musagetes.de/wp-content/uploads/2009/12/zola_rougon_thumb.jpg" border="0" alt="zola_rougon" width="91" height="128" align="right" /></a>Nach dem Experiment mit symbolistischen Elementen in <a href="http://bonaventura.musagetes.de/?p=2333">»Die S&#252;nde des Abbé Mouret«</a> kehrt der n&#228;chste Roman der <a href="../?tag=rougon-macquart">Rougon-Macquart</a> zum gesellschaftlichen und politischen Hauptthema des Zyklus zur&#252;ck: Wie der Titel schon anzeigt, steht in »Seine Exzellenz Eugène Rougon« jener Sohn Pierre Rougons und seiner Frau Félicité im Zentrum, der sowohl in <a href="http://bonaventura.musagetes.de/?p=1693">»Das Gl&#252;ck der Familie Rougon«</a> als auch in <a href="http://bonaventura.musagetes.de/?p=1802">»Die Beute«</a> als einflussreiche Figur im Hintergrund agierte und wohl auch in <a href="http://bonaventura.musagetes.de/?p=2194">»Die Eroberung von Plassans«</a> zu den fernen, geheimen Drahtziehern des Geschehens geh&#246;rte.</p>
<p>Eugène Rougon ist einer jener politischen Abenteurer, die beim Staatsstreich <a href="http://bonaventura.musagetes.de/?p=743">Napoleon III.</a> mit nach oben gesp&#252;lt wurden. Wir finden ihn am Anfang des Romans, im Jahr 1856, bei seinem vorl&#228;ufigen Abgang von der politischen B&#252;hne: Er tritt als Pr&#228;sident des Staatsrates wegen einer eher unerheblich erscheinenden Konfrontation mit der Kaiserin zur&#252;ck. Rougon ist umgeben von einer Clique politischer Schmarotzer, die von ihm zahlreiche Gef&#228;lligkeiten erwarten, die nun durch seinen zeitweiligen Sturz gef&#228;hrdet erscheinen. Darunter befindet sich auch die italienische Gr&#228;fin Balbi, deren Tochter Clorinde offensichtlich auf der Suche nach einem passenden Ehemann ist.</p>
<p>Zwischen Rougon und Clorinde entwickelt sich eine spannungsreiche Beziehung, die allerdings nicht zu einer Aff&#228;re ger&#228;t, da Rougon dies dadurch verhindert, dass er Clorinde mit einen seiner politischen Vasallen verkuppelt. Dennoch bleibt Clorinde auch weiterhin die einzige Leidenschaft Rougons au&#223;er der Macht.</p>
<p>Nach dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Felice_Orsini#Das_Attentat">Orsini-Attentat</a> am 14. Januar 1858 wird Rougon vom Kaiser zum zweiten Mal in das Amt des Innenministers berufen, in dem er seine Machtbesessenheit weitgehend r&#252;cksichtslos auslebt. Sein Programm besteht in der m&#246;glichst vollst&#228;ndigen Unterdr&#252;ckung politischer Freiheiten und der Bek&#228;mpfung der Republikaner. Aber auch seine alten Freunde vergisst er nicht, wobei es gerade diese Vetternwirtschaft ist, die letztlich als Vorwand f&#252;r seinen erneuten politischen Sturz dient. Nach nur f&#252;nf Monaten muss Rougon – in der Hauptsache aufgrund einer Intrige Clorindes – erneut die politische B&#252;hne verlassen, aber auch diesmal ist sein Abgang nur vorl&#228;ufig. Das letzte Kapitel des Romans zeigt uns Rougon 1861, also drei Jahre sp&#228;ter, als er als frisch berufener Minister ohne Portefeuille im Corps législatif in einer gro&#223;en Rede die kaiserliche Politik verteidigt.</p>
<p>Zola portr&#228;tiert in Eugène Rougon einen neuen, b&#252;rgerlichen Typus von Politiker, wie er ihn f&#252;r das Zweite Kaiserreich f&#252;r exemplarisch hielt: Einen Mann mit gro&#223;en Machtinstinkt, aber geringer Bildung – Rougon bezeichnet sich mehrfach als einfachen Bauern, dessen Ideal eine absolute Herrschaft &#252;ber Hof und Vieh darstellt –, der von Napoleon III. als f&#252;gsames, n&#252;tzliches Instrument seiner Herrschaft eingesetzt wird. Rougon ist ein Mann ohne Geist oder Bildung und – abgesehen von seiner Leidenschaft f&#252;r Clorinde, der er selbst versucht, die Spitze zu nehmen – mit nur einem einzigen Begehren, dem nach Macht. Den Mangel an Geist und Bildung ersetzt ein sicherer Instinkt f&#252;r Menschenf&#252;hrung. Rougon betreibt keine Politik der Ziele, verfolgt kein anderes Programm als das der Herrschaft &#252;ber andere, kennt kein politisches oder moralisches Ideal als das einer h&#252;ndischen Loyalit&#228;t zu seinem Herrscher, die aber auch nur als Mittel erscheint, selbst Herrschaft &#252;ber andere zu erlangen. Rougon hat keine Freunde und keine famili&#228;ren Bindungen, die ihn ber&#252;hren; beinahe macht es den Eindruck, dass sein politischer Widersacher de Marsy die einzige Person ist, mit der ihn eine Emotion, Respekt, verbindet. Er ist ein Primitiver, eine kultureller Barbar, der in der Lust an seiner Funktion vollst&#228;ndig aufgeht.</p>
<p>»Seine Exzellenz Eugène Rougon« war einer der erfolglosesten Romane des Zyklus, vielleicht auch deshalb, weil sein Protagonist notwendig ein eindimensionaler, absto&#223;ender und letztendlich langweiliger Charakter werden musste. Es geh&#246;rt zu Zolas Qualit&#228;ten, sich in diesem Punkt nicht nach dem Geschmack der Mehrheit der Leser gerichtet zu haben.</p>
<p>Émile Zola: Die Rougon-Macquart. Natur- und Sozialgeschichte einer  Familie unter dem zweiten Kaiserreich. Hg. v. Rita Schober. Berlin:  R&#252;tten &amp; Loening, 1952–1976. Digitale Bibliothek Bd. 128. Berlin:  Directmedia Publ. GmbH, 2005. 1 CD-ROM. Systemvoraussetzungen: PC ab  486; 64 MB RAM; Grafikkarte ab 640×480 Pixel, 256 Farben;  CD-ROM-Laufwerk; MS Windows (98, ME, NT, 2000, XP oder Vista) oder MAC  ab MacOS 10.3; 256 MB RAM; CD-ROM-Laufwerk. 10,– €.</p>
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		<title>Allen Lesern ins Stammbuch (36)</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Aug 2010 00:03:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bonaventura</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In der Bibliothek war niemand. Die B&#252;cher schliefen in ihren eichenen Schr&#228;nken; v&#246;llig leer, stellten die beiden gro&#223;en Tische den Ernst ihrer gr&#252;nen Decken zur Schau; an den Armlehnen der Sessel, die in tadelloser Ordnung dastanden, waren die von einer leichten Staubschicht grauen mechanischen Pulte zusammengeklappt. Und inmitten dieser Stille, in der Verlassenheit des langen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>In der Bibliothek war niemand. Die B&#252;cher schliefen in ihren eichenen Schr&#228;nken; v&#246;llig leer, stellten die beiden gro&#223;en Tische den Ernst ihrer gr&#252;nen Decken zur Schau; an den Armlehnen der Sessel, die in tadelloser Ordnung dastanden, waren die von einer leichten Staubschicht grauen mechanischen Pulte zusammengeklappt. Und inmitten dieser Stille, in der Verlassenheit des langen schmalen Saales, wo ein Geruch nach Papier schwebte, sagte Herr La Rouquette, die T&#252;r zuschlagend, ganz laut: »Hier ist nie jemand!«</p></blockquote>
<p style="text-align: right;">Émile Zola: Seine Exzellenz Eugène Rougon</p>
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		<title>Ernst Doblhofer: Die Entzifferung alter Schriften und Sprachen</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Aug 2010 12:06:24 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Sachbücher allg.]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein kurze, gut lesbare Einf&#252;hrung in die Geschichte der Entzifferung antiker Schriftsysteme von den &#228;gyptischen Hieroglyphen &#252;ber verschiedene andere Hieroglyphen und Keilschriften bis hin zu Linear B. Es folgen dann noch kurze Kapitel zu nicht bzw. nur teilweise entzifferten Schriften wie Linear A, das Etruskische, die Indus- und die Osterinselschrift. Das Buch ist f&#252;r ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://bonaventura.musagetes.de/wp-content/uploads/2010/08/9783150217023.jpg"  rel="lightbox[roadtrip]"><img style="margin: 5px 0px 0px 10px; display: inline; border: 0px;" title="978-3-15-021702-3" src="http://bonaventura.musagetes.de/wp-content/uploads/2010/08/9783150217023_thumb.jpg" border="0" alt="978-3-15-021702-3" width="82" height="128" align="right" /></a>Ein kurze, gut lesbare Einf&#252;hrung in die Geschichte der Entzifferung antiker Schriftsysteme von den &#228;gyptischen Hieroglyphen &#252;ber verschiedene andere Hieroglyphen und Keilschriften bis hin zu Linear B. Es folgen dann noch kurze Kapitel zu nicht bzw. nur teilweise entzifferten Schriften wie Linear A, das Etruskische, die Indus- und die Osterinselschrift.</p>
<p>Das Buch ist f&#252;r ein Sachbuch schon etwas betagt. Es wurde erstmals 1957 ver&#246;ffentlicht und dann 1993 in einer Neubearbeitung erneut aufgelegt; in dieser Fassung wurde es 2008 von Reclam noch einmal gedruckt. Auch der &#252;berarbeiteten Fassung merkt man noch deutlich ihre Herkunft aus den 50er Jahren an, als Sachb&#252;cher noch versuchten, mit <em>lebhaften </em>Darstellungen zu gl&#228;nzen. Leider bemerkt man das Alter auch an anderen Stellen:</p>
<blockquote><p>Sayce war nicht, wie heute au&#223;erhalb Gro&#223;britanniens gerne behauptet wird, Engl&#228;nder, sondern Waliser, stammte beiderseits von altadeligen und beg&#252;terten walisischen Familien ab und hatte auch das Walisische zur Muttersprache. So findet sich auch in diesem ungew&#246;hnlichen Forscher der keltische Hang zum Gr&#252;beln und Sinnieren, die keltische Lust am fabulieren (die ihm in seinen Arbeiten so manchen Streich spielte), aber auch die impulsive W&#228;rme und das &#252;bersch&#228;umende Temperament, das man seinen Stammesgenossen gerne nachsagt.</p></blockquote>
<p>Zum Gl&#252;ck sind solche Passagen, in denen der Autor dem germanischen Hang zum Unsinnreden nachgibt, eher selten.</p>
<p>Insgesamt eine gute, informative Darstellung, die den Laien weder unter- noch &#252;berfordert.</p>
<p>Ernst Doblhofer: Die Entzifferung alter Schriften und Sprachen. Reclam Taschenbuch 21702. Stuttgart: Reclam, <sup>2</sup>2008. 350 Seiten. 9,90 €.</p>
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		<title>Alexander Unzicker: Vom Urknall zum Durchknall</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Aug 2010 13:56:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bonaventura</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbücher allg.]]></category>
		<category><![CDATA[Physik]]></category>
		<category><![CDATA[Standardmodelle]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsgeschichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Breit angelegte Polemik gegen das Establishment in der Physik und deren Theorielastigkeit bzw. Empiriefeindlichkeit. Das Buch ist weitgehend frei von Formeln und kann von einem interessierten Laien auch ohne tiefergehende Kenntnisse der mathematischen Grundlagen der Physik gut verstanden werden. Unzicker hebt sowohl in der physikalischen Kosmologie als auch in der Teilchenphysik die starken theoretischen Vorannahmen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://bonaventura.musagetes.de/wp-content/uploads/2010/08/9783642048364.jpg"  rel="lightbox[roadtrip]"><img style="margin: 5px 0px 0px 10px; display: inline; border: 0px;" title="978-3-642-04836-4" src="http://bonaventura.musagetes.de/wp-content/uploads/2010/08/9783642048364_thumb.jpg" border="0" alt="978-3-642-04836-4" width="86" height="128" align="right" /></a>Breit angelegte Polemik gegen das Establishment in der Physik und deren Theorielastigkeit bzw. Empiriefeindlichkeit. Das Buch ist weitgehend frei von Formeln und kann von einem interessierten Laien auch ohne tiefergehende Kenntnisse der mathematischen Grundlagen der Physik gut verstanden werden. Unzicker hebt sowohl in der physikalischen Kosmologie als auch in der Teilchenphysik die starken theoretischen Vorannahmen der sogenannten Standardmodelle heraus, zitiert ausf&#252;hrlich die Kritiker dieser Standardmodelle und macht sich &#252;ber einzelne herausgehobene Personen des Forschungsbetriebs lustig. Seine Lieblingshassobjekte sind die Theorie der Inflation des fr&#252;hen Universums und die Stringtheorie.</p>
<p>F&#252;r einen Au&#223;enstehenden ist das ganz witzig zu lesen, und es erh&#228;rtet den nat&#252;rlichen Verdacht, dass die von zahlreichen Naturwissenschaftlern angenommene Attit&#252;de, sie seien die einzigen rechtm&#228;&#223;igen Verwalter der Wahrheit auf Erden, nicht viel mehr ist als die Fortsetzung des Priestertums mit anderen Mitteln.</p>
<p>Eine durch und durch erfrischende Lekt&#252;re von einem selbstkritischen, aber auch recht selbstbewussten Autor.</p>
<p>Alexander Unzicker: Vom Urknall zum Durchknall. Die absurde Jagd nach der Weltformel. Heidelberg: Springer, 2010. Pappband, 330 Seiten. 24,95 €.</p>
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		<title>Dennis Lehane: Shutter Island</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Aug 2010 19:57:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bonaventura</dc:creator>
				<category><![CDATA[Belletristik]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalerzählungen]]></category>
		<category><![CDATA[Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Unfug]]></category>

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		<description><![CDATA[An den Haaren herbeigezogener Psychothriller mit einem unzuverl&#228;ssigen personalen Erz&#228;hler. Die erz&#228;hlte Fabel ist bis ins Detail zu unwahrscheinlich und unausgegoren, um sie hier nacherz&#228;hlen zu m&#252;ssen. Ich hatte &#252;berhaupt nur zu dem Buch gegriffen, da von Lehane die Romanvorlage zum Film »Mystic River« stammt, der mir gut gefallen hat. Ich h&#228;tte eben auf meine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://bonaventura.musagetes.de/wp-content/uploads/2010/08/9783548261942.jpg"  rel="lightbox[roadtrip]"><img style="margin: 5px 0px 0px 10px; display: inline; border: 0px;" title="978-3-548-26194-2" src="http://bonaventura.musagetes.de/wp-content/uploads/2010/08/9783548261942_thumb.jpg" border="0" alt="978-3-548-26194-2" width="83" height="128" align="right" /></a>An den Haaren herbeigezogener Psychothriller mit einem unzuverl&#228;ssigen personalen Erz&#228;hler. Die erz&#228;hlte Fabel ist bis ins Detail zu unwahrscheinlich und unausgegoren, um sie hier nacherz&#228;hlen zu m&#252;ssen. Ich hatte &#252;berhaupt nur zu dem Buch gegriffen, da von Lehane die Romanvorlage zum Film »Mystic River« stammt, der mir gut gefallen hat. Ich h&#228;tte eben auf meine Instinkte h&#246;ren und zur&#252;ckzucken sollen, als ich auf der R&#252;ckseite des Buches geschrieben fand, das Buch sei »f&#252;r jeden anspruchsvollen Thriller-Fan ein Muss« und das Wort »genial« gleich noch dahinter angeh&#228;ngt. Wenn dies tats&#228;chlich die Lekt&#252;re anspruchsvoller Thriller-Fans darstellt, was m&#252;ssen sich dann wohl die armen ohne Anspruch zu Gem&#252;te f&#252;hren?</p>
<p>Dennis Lehane: Shutter Island. Aus dem Englischen von Andrea Fischer. Ullstein Tb. 26194. Berlin: Ullstein, 2005. 365 Seiten. 8,95 €.</p>
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		<title>Michael Chabon: Schurken der Landstra&#223;e</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Aug 2010 19:38:59 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Belletristik]]></category>
		<category><![CDATA[Abenteuerroman]]></category>
		<category><![CDATA[Chasaren]]></category>
		<category><![CDATA[Hochmittelalter]]></category>
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		<description><![CDATA[Witzger, kleiner Abenteuerroman, in dessen Zentrum zwei j&#252;dische Abenteurer stehen, die sich im 10. nachchristlichen Jahrhundert im Reich der Chasaren zwischen Schwarzem und Kaspischem Meer herumtreiben. Zelikman, offenbar ein Regensburger Arzt, und Amram, der aus Afrika stammt, geraten durch Zufall in die Folgen eines Staatsumsturzes. Ihnen f&#228;llt der einzige &#220;berlebende des alten Herrscherhauses in die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://bonaventura.musagetes.de/wp-content/uploads/2010/07/9783462041897.jpg"  rel="lightbox[roadtrip]"><img style="margin: 5px 0px 0px 10px; display: inline; border-width: 0px;" title="978-3-462-04189-7" src="http://bonaventura.musagetes.de/wp-content/uploads/2010/07/9783462041897_thumb.jpg" border="0" alt="978-3-462-04189-7" width="79" height="128" align="right" /></a>Witzger, kleiner Abenteuerroman, in dessen Zentrum zwei j&#252;dische Abenteurer stehen, die sich im 10. nachchristlichen Jahrhundert im Reich der Chasaren zwischen Schwarzem und Kaspischem Meer herumtreiben. Zelikman, offenbar ein Regensburger Arzt, und Amram, der aus Afrika stammt, geraten durch Zufall in die Folgen eines Staatsumsturzes. Ihnen f&#228;llt der einzige &#220;berlebende des alten Herrscherhauses in die H&#228;nde, den sie zu einem Verwandten in Sicherheit bringen sollen. Aber nat&#252;rlich geraten sie zwischen alle Fronten, so wie sich das f&#252;r zwei echte Abenteurer geh&#246;rt. Die Fiktion ist kenntnisreich und detailliert, die Fabel genretypisch, allerdings durch einige &#220;bertreibungen und besonders auch den tief pessimistischen Zelikman – einen Don Quijote ganz eigenen Gepr&#228;ges – weitgehend ironisiert.</p>
<p>Angenehme, leichte Lekt&#252;re f&#252;r nebenbei, daf&#252;r aber deutlich zu teuer.</p>
<p>Michael Chabon: Schurken der Landstra&#223;e. Eine Abenteuergeschichte. Aus dem amerikanischen Englisch von Andrea Fischer. K&#246;ln: Kiepenheuer &amp; Witsch, 2010. Pappband, Karte auf dem vorderen Vorsatz, 184 Seiten. 17,95 €.</p>
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		<title>Allen Lesern ins Stammbuch (35)</title>
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		<pubDate>Sat, 31 Jul 2010 20:22:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bonaventura</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dann wird mit einem Mal der Staub auf den B&#252;chern sichtbar. Sie sind alt, stockfleckig, riechen moderig, sind eines vom anderen abgeschrieben, weil sie die Lust genommen haben, in anderem als in B&#252;chern nachzusehen. Die Luft in Bibliotheken ist stickig, der &#220;berdru&#223;, in ihr zu atmen, ein Leben zu verbringen, ist unausbleiblich. B&#252;cher machen kurzsichtig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Dann wird mit einem Mal der Staub auf den B&#252;chern sichtbar. Sie sind alt, stockfleckig, riechen moderig, sind eines vom anderen abgeschrieben, weil sie die Lust genommen haben, in anderem als in B&#252;chern nachzusehen. Die Luft in Bibliotheken ist stickig, der &#220;berdru&#223;, in ihr zu atmen, ein Leben zu verbringen, ist unausbleiblich. B&#252;cher machen kurzsichtig und lahm&#228;rschig, ersetzen, was nicht ersetzbar ist. So entsteht aus Stickluft, Halbdunkel, Staub und Kurzsichtigkeit, aus der Unterwerfung unter die Surrogatfunktion, die B&#252;cherwelt als Unnatur. Und gegen Unnatur sind allemal Jugendbewegungen gerichtet. Bis dann die Natur wieder in deren B&#252;chern steht.</p></blockquote>
<p style="text-align: right;">Hans Blumenberg: Die Lesbarkeit der Welt</p>
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		<title>Émile Zola: Die S&#252;nde des Abbé Mouret</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Jul 2010 19:11:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bonaventura</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der f&#252;nfte Roman der Rougon-Macquart schlie&#223;t nahezu unmittelbar an den vierten, »Die Eroberung von Plassans«, an. Im Mittelpunkt steht Serge, der Sohn von François und Marthe Mouret, der im vorangegangenen Buch bereits das Priesterseminar besucht hatte und nun in dem winzigen Ort Les Artaud Priester ist. Bei ihm lebt auch seine Schwester Désirée, die zwar [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://bonaventura.musagetes.de/wp-content/uploads/2009/12/zola_rougon.jpg"  rel="lightbox[roadtrip]"><img style="margin: 5px 0px 0px 10px; display: inline; border-width: 0px;" title="zola_rougon" src="http://bonaventura.musagetes.de/wp-content/uploads/2009/12/zola_rougon_thumb.jpg" border="0" alt="zola_rougon" width="91" height="128" align="right" /></a>Der f&#252;nfte Roman der <a href="http://bonaventura.musagetes.de/?tag=rougon-macquart">Rougon-Macquart</a> schlie&#223;t nahezu unmittelbar an den vierten, <a href="http://bonaventura.musagetes.de/?p=2194">»Die Eroberung von Plassans«</a>, an. Im Mittelpunkt steht Serge, der Sohn von François und Marthe Mouret, der im vorangegangenen Buch bereits das Priesterseminar besucht hatte und nun in dem winzigen Ort Les Artaud Priester ist. Bei ihm lebt auch seine Schwester Désirée, die zwar geistig etwas zur&#252;ckgeblieben zu sein scheint, nichtsdestotrotz aber der wohl gl&#252;cklichste Mensch im ganzen Roman ist. Serge Mouret scheint zuerst nur ein etwas sch&#252;chterner, den Anspr&#252;chen seiner b&#228;uerlich-robusten Gemeinde nicht ganz gewachsener Geistlicher zu sein, doch erweist er sich rasch als Opfer eines tiefen religi&#246;sen Wahns, der sich in einem privaten Kult der Marienverehrung manifestiert.</p>
<p>&#220;berfordert von seinen seelsorgerischen Pflichten und &#252;berspannt durch seinen Wahn bricht er eines Nachts zusammen und wird von seinem Onkel, dem Doktor Pascal aus Plassans, zur Pflege in ein nahe gelegenes Refugium gebracht: das Paradou, einen ehemaligen herrschaftlichen Garten, der inzwischen verwildert ist. Dort lebt Albine, ein kaum 16-j&#228;hriges M&#228;dchen, mit ihrem Onkel Jeanbernat, einem eingefleischten Atheisten, der das M&#228;dchen ebenso hat verwildern lassen wie den Garten. Serge ist durch seinen Zusammenbruch seines Ged&#228;chtnisses beraubt worden und so in einen Zustand der <em>Unschuld </em>zur&#252;ckversetzt worden. Der Prozess seiner Genesung ist eng verkn&#252;pft mit der Erforschung des riesigen Gartens und dem Wachsen der Liebe zwischen Albine und ihm. Dieser Prozess gipfelt darin, dass Albine eine geheimnisvolle Lichtung im Park entdeckt, in deren Zentrum ein uralter Baum steht. Dort lieben sich Albine und Serge zum ersten Mal, und Serge, auf diese Weise wieder vollst&#228;ndig gesundet, findet sein Ged&#228;chtnis wieder und muss in die Welt zur&#252;ck.</p>
<p>Der dritte Teil des Romans res&#252;miert den angerichteten Schaden: Serge hat sowohl seinen religi&#246;sen Glauben des ersten, als auch den unreflektierten Zugang zur Natur des zweiten Teiles verloren. Zwar erf&#252;llt er auch weiterhin die Pflichten als Pfarrer, doch hat er seinen Marienkult zugunsten eines Kreuzkultes aufgegeben. Doch die scheinbar wiedererlangte Normalit&#228;t seines Lebens wird durchbrochen, als Albine ihn in der Kirche aufsucht. Diese Begegnung l&#246;st in Serge eine massive Vision aus, in der das Kirchengeb&#228;ude von der Natur angegriffen und vollst&#228;ndig zerst&#246;rt wird. Serge ist daraufhin bereit, zu Albine ins Paradou zur&#252;ckzukehren, doch erweist sich <em>nat&#252;rlich </em>die einmal verlorene Unschuld als unwiederbringlich. Albine bereitet sich ein Sterbelager aus Blumen und vergeht zwischen ihnen. Serge nimmt zu seine Pflichten als Pfarrer wieder auf und mit der Beisetzung Albines endet der Roman.</p>
<p>Vielleicht macht diese Inhaltsangabe schon deutlich, dass es sich bei »Die S&#252;nde des Abbé Mouret« um einen ungew&#246;hnlichen Roman Zolas handelt. Neben seiner grundlegenden naturalistischen Tendenz weist er zus&#228;tzlich klar symbolistische Strukturen auf. Besonders im zweiten, mittleren Teil des Romans geraten der zur Natur verwilderte Garten und die zur Unschuld zur&#252;ckgekehrten <em>Kinder </em>zu einer Allegorie des Paradieses. Die <em>reine </em>Liebe zwischen Albine und Serge verkommt aber im Laufe von Serges <em>Gesundung, </em>bis sich die Natur ihr Recht verschafft. In Zolas Paradies gibt es keinen personifizierten Verf&#252;hrer, sondern die Natur selbst ist es, die die Unschuldigen zur S&#252;nde verf&#252;hrt. Wie wichtig Zola diese Allegorie war, wird nicht zuletzt dadurch deutlich, dass er aus dem in der Dorfschule unterrichtenden Klosterbruder zugleich einen Erzengel – Bruder Archangias – macht, der denn auch p&#252;nktlich am Ausgang des Paradou steht, um in Serge Adam zum zweiten Mal aus dem Paradies hinauszuweisen. Auch Désirée ist in diese allegorische Ebene des Romans eingebunden: Sie betreibt bei der Pfarre selbstst&#228;ndig einen kleinen Wirtschaftshof und steht mit ihrem pragmatischen Umgang mit der <em>n&#252;tzlichen </em>Natur in der Mitte zwischen  Serges Naturphobie und Albines romantisierender Unschuld. In Désirées Welt sind Geburt und Tod notwendige Elemente im Prozess alles Lebendigen.</p>
<p>Es w&#228;re aber verfehlt, »Die S&#252;nde des Abbé Mouret« aufgrund dieser symbolistischen Tendenzen f&#252;r einen nicht-naturalistischen Ausrutscher Zolas zu halten. Gerade im zentralen allegorischen Teil des Buches fr&#246;nt Zola ausgiebig einem &#252;berschw&#228;nglichen Realismus: Weite Passagen der Beschreibung des Paradou lesen sich wie ein umgest&#252;lptes botanisches Bestimmungsbuch; ebenso herrscht bei der Darstellung des Gottesdienstes und der daf&#252;r n&#246;tigen Zur&#252;stungen und Ger&#228;tschaften eine minuti&#246;se Detailversessenheit, die nahtlos an »Die Beute« und »Der Bauch von Paris« anschlie&#223;t. Und auch bei der Schilderung des Dorfes Les Artaud und seiner Bewohner l&#228;sst Zola seinen pr&#228;zisen Blick nicht vermissen: Ehen sind auch hier in erster Linie eine Frage des Geldes und erst in zweiter oder dritter eine der Moral, heidnische Rituale und christlicher Glaube existieren fr&#246;hlich Seite an Seite, und in der Kirche bewundern die Bauern mehr die Eloquenz des Priesters oder die frisch gestrichenen M&#246;bel als die gepredigten Glaubensinhalte. Und nicht zuletzt d&#252;rfte die handfeste Schl&#228;gerei zwischen Bruder Archangias und dem Atheisten Jeanbernat ein Bild von der Lage der katholischen Kirche in Frankreich zeichnen, das weder dem B&#252;rgertum noch der Geistlichkeit gefallen haben d&#252;rfte.</p>
<p>»Die S&#252;nde des Abbé Mouret« erweist sich als eine &#252;berraschende Mischung zeitgen&#246;ssischer Stile und liefert trotz aller Allegorie mit der innerlich und &#228;u&#223;erlich <em>kleinen Welt, </em>die er pr&#228;sentiert, einen weiteren wesentlichen Mosaikstein zum umfassenden soziologischen Portr&#228;t des Zweiten Kaiserreichs.</p>
<p>Émile Zola: Die Rougon-Macquart. Natur- und Sozialgeschichte einer Familie unter dem zweiten Kaiserreich. Hg. v. Rita Schober. Berlin: R&#252;tten &amp; Loening, 1952–1976. Digitale Bibliothek Bd. 128. Berlin: Directmedia Publ. GmbH, 2005. 1 CD-ROM. Systemvoraussetzungen: PC ab 486; 64 MB RAM; Grafikkarte ab 640×480 Pixel, 256 Farben; CD-ROM-Laufwerk; MS Windows (98, ME, NT, 2000, XP oder Vista) oder MAC ab MacOS 10.3; 256 MB RAM; CD-ROM-Laufwerk. 10,– €.</p>
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		<title>Ilija Trojanow / Juli Zeh: Angriff auf die Freiheit</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Jul 2010 16:47:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bonaventura</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte/Politik]]></category>
		<category><![CDATA[11. September 2001]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerliche Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaftsordnung]]></category>
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		<description><![CDATA[Breit angelegter Essay &#252;ber den R&#252;ckgang b&#252;rgerlicher Freiheit seit dem 11. September 2001. Der Darstellung ist in allen wesentlichen Punkten nur zuzustimmen. Wie so oft haben es die konservativen Kr&#228;fte in den westlichen Gesellschaften verstanden, eine &#228;u&#223;ere – um nicht zu schreiben »&#228;u&#223;erliche« – Bedrohung dazu zu benutzen, den Zugriff der abstrakten und konkreten Gewalt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://bonaventura.musagetes.de/wp-content/uploads/2010/07/9783446234185.jpg"  rel="lightbox[roadtrip]"><img style="margin: 5px 0px 0px 10px; display: inline; border: 0px;" title="978-3-446-23418-5" src="http://bonaventura.musagetes.de/wp-content/uploads/2010/07/9783446234185_thumb.jpg" border="0" alt="978-3-446-23418-5" width="80" height="128" align="right" /></a>Breit angelegter Essay &#252;ber den R&#252;ckgang b&#252;rgerlicher Freiheit seit dem 11. September 2001. Der Darstellung ist in allen wesentlichen Punkten nur zuzustimmen. Wie so oft haben es die konservativen Kr&#228;fte in den westlichen Gesellschaften verstanden, eine &#228;u&#223;ere – um nicht zu schreiben »&#228;u&#223;erliche« – Bedrohung dazu zu benutzen, den Zugriff der abstrakten und konkreten Gewalt des Staates auf seine Subjekte auszubauen. Einerseits muss man den Autoren f&#252;r den gut lesbaren &#220;berblick &#252;ber die Ver&#228;nderungen des letzten knappen Jahrzehnts dankbar sein, andererseits zeigen die Ver&#246;ffentlichung und der Erfolg des Buches, dass es noch viel schlimmer ist, als sie annehmen. Die Durchdringung unserer Gesellschaft durch die Kontrollorgane ist soweit gediehen, dass auch eine offene Kritik an diesem Zustand ihn nicht mehr gef&#228;hrden kann. Einmal mehr ist eine Gesellschaftsordnung an einem Punkt angelangt, an dem sich politische Freiheit und Unfreiheit auch mit bewaffnetem Auge kaum mehr voneinander unterscheiden lassen.</p>
<p>Ilija Trojanow / Juli Zeh: Angriff auf die Freiheit. Sicherheitswahn, &#220;berwachungsstaat und der Abbau der b&#252;rgerlichen Rechte. M&#252;nchen: Hanser, <sup>2</sup>2009. Broschiert, 173 Seiten. 14,90 €.</p>
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		<title>Alan Weisman: Die Welt ohne uns</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Jul 2010 23:41:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bonaventura</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sachbücher allg.]]></category>
		<category><![CDATA[Anthropologie]]></category>
		<category><![CDATA[Misanthropie]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltzerstörung]]></category>

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		<description><![CDATA[Etwas zu breit geratenes, dennoch interessantes Gedankenspiel &#252;ber die Zukunft der Erde unter der Voraussetzung, dass alle Menschen auf einen Schlag verschwinden. Weisman spielt das Thema an immer neuen Beispielen durch: H&#228;user, St&#228;dte, die New Yorker U-Bahn, Industriekomplexe, Pipelines, Kernkraftwerke, Atomwaffen und nicht zuletzt dem Panamakanal. Auch die Auswirkungen von &#220;berfischung, M&#252;llentsorgung und Klimaver&#228;nderung auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://bonaventura.musagetes.de/wp-content/uploads/2010/07/9783492253056.jpg"  rel="lightbox[roadtrip]"><img style="margin: 5px 0px 0px 10px; display: inline; border: 0px;" title="978-3-492-25305-6" src="http://bonaventura.musagetes.de/wp-content/uploads/2010/07/9783492253056_thumb.jpg" border="0" alt="978-3-492-25305-6" width="82" height="128" align="right" /></a>Etwas zu breit geratenes, dennoch interessantes Gedankenspiel &#252;ber die Zukunft der Erde unter der Voraussetzung, dass alle Menschen auf einen Schlag verschwinden. Weisman spielt das Thema an immer neuen Beispielen durch: H&#228;user, St&#228;dte, die New Yorker U-Bahn, Industriekomplexe, Pipelines, Kernkraftwerke, Atomwaffen und nicht zuletzt dem Panamakanal. Auch die Auswirkungen von &#220;berfischung, M&#252;llentsorgung und Klimaver&#228;nderung auf die Weltmeere werden thematisiert. Zugleich mit der Verg&#228;nglichkeit menschlicher Bauwerke stellt Weisman die F&#228;higkeit der Natur dar, besiedelte Gebiete zur&#252;ckzuerobern und die Spuren der Zivilisation mehr oder weniger rasch zu beseitigen.</p>
<p>Wenn auch der ein oder andere Fall ein wenig zu theatralisch dargestellt wird und sich der Autor hie rund da einer &#252;berzogenen Sprache bedient, handelt es sich um ein informatives und – trotz der offenbar <a href="http://bonaventura.musagetes.de/?p=2304">fl&#252;chtigen &#220;bersetzung</a> – insgesamt gut lesbares Sachbuch, das insbesondere die dramatische Zuspitzung des menschlichen Eingriffs in die Natur in den letzten Jahrzehnten gut dargestellt. Dass der Autor dabei letztlich sentimental bleibt und sich vor der letzten Konsequenz seiner eigenen Darstellung scheut, ist kaum anders zu erwarten.</p>
<p>Alan Weisman: Die Welt ohne uns. Reise &#252;ber eine unbev&#246;lkerte Erde. Piper Taschenbuch 5305. M&#252;nchen: Piper, <sup>5</sup>2010. 383 Seiten. 9,95 €.</p>
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