Archiv für das Themengebiet 'Bildbände'

Horst Tappe: Nabokov

26. Dezember 2009

3-85616-152-XNetter, kleiner Bildband mit 24 Schwarz-Weiß-Fotos Vladimir Nabokovs aus den Jahren 1962 bis 1973, jeweils garniert mit einem Nabokov-Zitat in Englisch, Deutsch und Französisch. Sowohl der Schriftsteller als auch der Lepidopterologe werden ins Bild gesetzt; auch zwei Bilder mit Ehefrau Vera finden sich. Unter den Fotos sind einige klassische Nabokov-Ikonen, so etwa die Silhouette des Schreibenden vor dem Fester im Montreux Palace.

Horst Tappe: Nabokov. Hg. v. Tilo Richter. Basel: Christoph Merian Verlag, 2001. 64 Seiten. Derzeit nicht im Druck.

Tags: Belletristik, Bildbände,

Joseph Roth – Leben und Werk in Bildern

29. Juli 2009

978-3-462-04102-6 Zusammen mit der umfangreichen Biografie Joseph Roths hat der Verlag Kiepenheuer & Witsch auch einen Bildband zu Leben und Werk herausgebracht. Es handelt sich um eine überarbeitete Neuauflage eines bereits 1994 erschienenen Bandes, dem wiederum ein Ausstellungskatalog von 1989 vorausgegangen zu sein scheint. Den Grad der Überarbeitung kann ich nicht einschätzen, da ich die erste Auflage nicht kenne. Umfangreicher ist der Band durch die Überarbeitung jedenfalls nicht geworden.

Das Buch präsentiert eine umfangreiche Auswahl an Bildern Roths und seiner Wegbegleiter, Freunde und Bekannten, Faksimiles von Briefen, Manuskripten, Zeitungsausschnitten, Verträgen, Buchumschlägen und anderen Dokumenten. Zusammen mit den Texten der Herausgeber ergibt sich eine reich bebilderte Kurzbiografie Roths, angereichert durch Briefe und autobiografische Texte Roths.

Lesern, denen die Biografie von Sternburgs zu umfangreich ist, bietet der Band eine zwar etwas kostspielige, aber knappe und attraktive Alternative.

Heinz Lunzer / Victoria Lunzer-Talos (Hg.): Joseph Roth. Leben und Werk in Bildern. Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2009. Leinenband, Kunstdruckpapier, Fadenheftung, 280 Seiten. 39,95 €.

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Benn

1. April 2008

benn Opulente Bildbiographie Gottfried Benns, die sowohl die altbekannten Porträts in hoher Qualität als auch viel unbekanntes oder zumindest seltenes Material vereint. Der Band dokumentiert das gesamte Leben von der Herkunft aus dem Mansfelder Pfarrhaus bis zum Tod des vereinnahmten und gefeierten Dichters. Der Großteil der begleitenden Texte stammt aus Benns Werken und Briefen – so gleich zu Anfang das wundervolle, aber eher selten zu findende 1886 –; hier und da finden sich auch Urteile oder Kommentare von Zeitgenossen.

Der Band geht mit der politisch zum Teil schwierigen Biographie Benns offen um: Er dokumentiert sowohl Benns naive Begeisterung für den Nationalsozialismus als auch seine späteren Versuche, sich in der Wehrmacht vor staatlichen Zugriffen zu schützen. Immerhin scheinen sich im Jahr 1938 Goebbels und Göring persönlich mit der Frage des Ausschlusses von Gottfried Benn aus der Reichsschrifttumskammer beschäftigt zu haben, ein Akt der Benn umso mehr erschreckte, als er mit der Behauptung von Benns politischer Unzuverlässigkeit verbunden war. Eine solcher Verdacht war durchaus dazu geeignet, Benn auch als Angehörigen der Wehrmacht noch persönlich zu gefährden.

Besonders im zweiten Teil sind die Abbildungen zahlreicher Auto- graphen – Notizen, Reinschriften, aber auch aus Benns Tages- kalendern oder Notizbüchern – erfreulich, die wenigstens einen kleinen Einblick in Benns Arbeitsweise geben.

Insgesamt ein gelungener Band, der als Begleitung oder Ergänzung einer Benn-Biographie durchweg zu empfehlen ist.

Benn. Sein Leben in Bildern und Texten. Zusammengestellt von Holger Hof. Stuttgart: Klett-Cotta, 2007. Leinenrücken, Fadenheftung, Kunstdruckpapier, 280 Seiten mit ca. 450 schwarz-weißen Abb. 59,– €.

Tags: Belletristik, Bildbände, , ,

Biedermeier – Die Erfindung der Einfachheit

9. Oktober 2007

biedermeier Katalog zu einer Ausstellung, die in Milwaukee, Wien und Berlin zu sehen war und derzeit noch in Paris in kleinerem Umfang zu sehen ist. Der Katalog zerfällt in die weithin üblichen beiden Teile: Im ersten Teil finden sich Essays, die sich dem Ausstellungsthema historisch oder theoretisch widmen, der zweite Teil bringt zahlreiche Bildtafeln zur Ausstellung. Die Verantwortlichen für die Ausstellung und Herausgeber des Katalogs verzichten bewusst auf den Versuch, das Phänomen des Biedermeier scharf gegen andere Stile oder Epochen abgrenzen zu wollen.

In der allgemeinen Wahrnehmung leidet das Biedermeier in der Regel darunter, dass ihm nur dasjenige zufällt, was der jeweilige Interpret nicht für die von ihm in den Fokus genommene Epoche, sei es Klassik, Romantik oder Realismus, zu gebrauchen versteht. Ganz im Gegensatz dazu wird hier Biedermeier als ein offener Begriff für eine Reihe von Stiltendenzen gebraucht, die sich zwischen 1815 und 1848 finden lassen, ohne dass behauptet würde, diese Tendenzen seine nicht auch vor oder nach dieser Zeitspanne präsent. Auch wird dem Vorurteil widersprochen, es handele sich beim Biedermeier um eine vornehmlich bürgerliche und deshalb einfache, schlichte und anspruchslose Stilepoche. Im Gegenteil wird aufgezeigt, dass sich sowohl Adel als auch Bürgertum mit einem klaren Stilbewusstsein die Tendenzen dieses Stils zu eigen gemacht haben.

Der historisch-theoretische Teil bringt manche Anregungen zu den vielfältigen Verflechtungen der Zeit- und Stiltendenzen des oben angeführten Zeitraums sowohl in der bilden Kunst als auch in der Literatur. Wirklich erstaunlich war für mich aber der Bildteil, der von Möbeln über Zimmerbilder und Hausrat (Glas, Porzellan, Silber- und andere Metallarbeiten, Tapeten und Stoffmuster) bis hin zu den Gemälden der Zeit eine reichhaltige Auswahl an Exponaten präsentiert. Insbesondere die immer wieder – im Sinne des 20. Jahrhunderts – überraschend moderne Anmutung zahlreicher Alltagsexponate hat mich gefangen genommen. Ein Bilderbuch, in dem es manch eine Quelle der Moderne zu entdecken gibt.

Biedermeier – Die Erfindung der Einfachheit. Katalog. Hg. v. Hans Ottomeyer, Maria Luise Sternath-Schuppanz u. Laurie Winters. Ostfildern: Hatje Cantz, 2006. Leinen, Fadenheftung, Kunstdruckpapier (26,5×33,5 cm), 440 Seiten m. 70 S-W- u. 430 Farbabb. 49,80 €.

Tags: Bildbände, Sachbücher allg.,

Bibliotheken, Bibliotheken, Bibliotheken

16. Mai 2007

hoefer.jpgCandida Höfers Bildband »Bibliotheken« geizt mit Worten: Zwar bildet ein Essay von Umberto Eco das Vorwort, indem Eco über die die absolute, die schlechte und die gute Bibliothek philosophiert. Er stammt aus dem Jahr 1981 – an einer Stelle befürchtet Eco die Verdrängung des Buches durch »Lesegeräte und Mikrofiches«, was dem ganzen Text einen Hauch von Nostalgie gibt.

Bis auf den kurzen Anhang, der immerhin ein Ortsregister liefert, enthält der Band aber sonst ausschließlich Photographien von Bibliotheken in Europa und Amerika. Gezeigt werden alle Bereiche: Lesesäle, Magazine, Kataloge (Karten und Computer), Verwaltungsbüros, leere Regale und hoch aufgetürmte Bücherwände, üppige barocke Bibliotheksarchitekturen, modern karge Zweckräume oder fast bedrückend wirkende Kellerverliese, Klassiker (etwa die Bibliothek des Trinity College in Dublin) und schlafende Schönheiten (etwa eine leergeräumte Kirche in San Augustin, Mexiko, von der wir nicht erfahren, ob sie einst als Bibliothek gedient hat oder ob sie erst noch eine werden soll).

Ganz selten sind Leser, also Nutzer der Bibliotheken auf den Bildern zu finden, was in erster Linie technische Gründe haben wird, da Höfer wegen der Schärfentiefe überwiegend bei kleiner Blende mit langen Belichtungszeiten arbeitet – da verwischt auch das Abbild eines ruhigen Bibliotheksbenutzers. Diese Menschenleere erzeugt einen besonderen Effekt, zumindest für den bibliomanen Betrachter: Die Bilder öffnen sich ihm als Spielwiese der Phantasie – allein zu sein mit dieser überwältigenden Fülle von Bänden, sich wengstens für den Moment einbilden zu dürfen, dies sei die eigene Bibliothek, ganz angepasst an die eigenen Interessen und Neigungen, gefüllt mit den ausgesuchtesten Ausgaben.

Ein Band, um in den Lesepausen darin herumzuspazieren.

Candida Höfer: Bibliotheken. München: Schirmer/Mosel, 2005. Leinen, fadengeheftet, Kunstdruckpapier (24,5×30 cm), 272 Seiten mit 137 Farbtafeln. 78,– €.

Tags: Bildbände

Das Buch vom Buch

21. April 2007

buchvonbuch.jpgMarion Janzin, Buchwissenschaftlerin, und Joachim Güntner, Kultur-Journalist, legen inzwischen schon in der 3. Auflage eine umfassende und reichhaltig illustrierte Geschichte des Buches vor. Von den Anfängen der Schrift im mediterranen Kulturraum bis zur Digitalisierung großer Buchbestände zu Anfang des 21. Jahrhunderts spannen sie den Bogen.

Auf den über 500 großformatigen Seiten (32×22 cm) sind nicht nur ausführlich Texte zu allen behandelten Epochen zu finden, sondern besonders die Quantität und Qualität der Illustrationen machen das »Buch vom Buch« zu einem Grundlagenwerk, das jeder Buchliebhaber wenigstens einmal in der Hand gehabt und durchgeblättert haben sollte. Abgerundet wird die herausragende Ausstattung durch die sorgfältige Typographie des deutschen »Typographie-Papstes« Hans Peter Willberg.

Die 3. Auflage unterscheidet sich von den Vorgängern wesentlich nur durch das letzte Kapitel, das die Entwicklung der letzten 10 Jahre in Buchherstellung und Buchhandel darzustellen versucht.

Marion Janzin / Joachim Güntner: Das Buch vom Buch. 5000 Jahre Buchgeschichte. 3., überarb. u. erw. Aufl. Schlütersche Verlagsges., 2007. Leinen, fadengeheftet, 512 Seiten (32×22 cm). 88,– €.

Tags: Bildbände, Sachbücher allg.